Versicherungsberatung – welche Möglichkeiten gibt es?

man writing on paperExperten vom Bund der Versicherten (BdV) weisen bereits seit Jahren darauf hin, dass die Deutschen stark überversichert sind. Allein 2018 wurden hierzulande 54 Milliarden Euro für private Versicherungen ausgegeben. Nach Schätzungen des BdV sind ein Drittel dieser Ausgaben überflüssig. Somit werden jährlich etwa 18 Milliarden Euro verschwendet. Das hängt damit zusammen, dass Versicherungen für viele Menschen nach wie vor eine kaum durchschaubare Materie sind. Deshalb ist es ratsam, sich auf diesem Gebiet von einem Experten beraten zu lassen. Welche Möglichkeiten es dabei gibt und an wen du dich wenden kannst, soll dieser Beitrag offenbaren.

Die 3 Arten der Beratung

Grundsätzlich gibt es drei verschiedene Berufsgruppen, die dich bei der Wahl der richtigen Versicherung unterstützen: Ver­si­che­rungsvertreter, Ver­si­che­rungsmakler und Ver­si­che­rungsberater. Sie lassen sich in erster Linie darin unterscheiden, ob sie auf der Seite der Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men oder auf der des Kunden stehen und ob dieser für die Beratung bezahlen muss.

1. Vertreter sind an Unternehmen gebunden

Ein Versicherungsvertreter ist an einen oder mehrere Versicherungsgesellschaften gebunden. Diese machen jeweils Vorgaben, welche Ver­si­che­rungen der Vertreter in welchem Umfang verkaufen soll. Deshalb kannst du in diesem Fall keine unabhängige Beratung erwarten. Die Dienste eines Versicherungsvertreters sollten ohnehin ausschließlich in Anspruch genommen werden, wenn sich bereits für ein bestimmtes Versicherungsangebot entschieden wurde und daraufhin ein bestimmter Vertrag abgeschlossen werden soll. Dafür sind sie für den Kunden kostenlos.

2. Versicherungsmakler arbeiten unabhängig

Der Versicherungsmakler agiert unabhängig von einer Versicherungsgesellschaft und hat daher verschiedene Angebote im Blick. Seine Arbeit beginnt erst, wenn du ihn beauftragst. Ein renommierter Versicherungsmakler in Stuttgart oder in anderen Städten hilft dir nicht nur, die richtige Versicherung, sondern auch den besten Anbieter diesbezüglich zu finden.

 

Am Ende der Beratung erhält der Makler seine Provision von dem Unternehmen, dessen Versicherung er vermittelt. Somit fallen auch hier für den Kunden keine Kosten an. Wie hoch diese Vergütung allerdings ist, hängt von der Art der Versicherung ab und variiert je nach Anbieter. Das kann dazu führen, dass unseriöse Makler bestimmte Versicherungen eher vermitteln als andere und die Bedürfnisse des Kunden nicht immer im Vordergrund stehen. Jedoch dürfte es auch im Interesse eines Versicherungsmaklers liegen, die besten Angebote aufzuzeigen, da er einer sogenannten Stornohaftung unterliegt. Solltest du die dir vermittelte Versicherung innerhalb einer vertraglich geregelten Frist wieder kündigen, weil du nicht zufrieden bist, muss der Makler seine Provision anteilig zurückzahlen.

3. Persönliche Beratung auf Honorarbasis

Die persönlichste Beratung erhältst du bei einem Versicherungsberater. Der Fokus auf die Bedürfnisse und Interessen der Kunden kann garantiert werden. Der Nachteil dieses Modells: Für seine Dienste muss man dem Versicherungsberater ein meist dreistelliges Honorar zahlen. Auch wenn kein Vertrag abgeschlossen wird, erhält man dieses Geld nicht zurück. Deshalb sollte ein Versicherungsberater nur bei grundsätzlichen Fragen aufgesucht werden – zum Beispiel in der Angelegenheit, ob in einer bestimmten Situation ein Wechsel in eine private Krankenversicherung sinnvoll ist.

 

Seit Februar 2018 dürfen Ver­si­che­rungsberater auch Ver­si­che­rungen vermitteln. Zuvor durften sie nur beraten, aber keine Verträge abschließen. Weil im Gegenzug Ver­si­che­rungsmakler auch gegen Honorar beraten dürfen, schwindet der Unterschied zwischen beiden Modellen nahezu vollständig.

 

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