Alles zum Notgroschen – wie hoch & wofür

Der Notgroschen hat seinen Ursprung schon im 16. Jhdt. Er ist heute noch ein aktuelles Thema und es lohnt sich, einen Notgroschen anzulegen. Doch wie hoch sollte der Notgroschen sein

Was versteht man unter einem Notgroschen?

Die Bezeichnung „Notgroschen“ kommt aus früheren Zeiten. Hier wurde die sehr alte „Groschen-Münze“ zum Vorbild für diesen Begriff. In Notzeiten sollte man einen zurückgelegten Groschen haben, das bedeutet, man spart sich einen Geldbetrag weg. Ein gehorteter Betrag oder ein gesparter Betrag wird so benannt.
Auch als „eiserne Reserve“ könnte man den Notgroschen bezeichnen. Es ist ein Anlagenkonto oder auch Bargeld, das nicht für den eigentlichen Vermögensaufbau da ist und auch nicht als Altersvorsorge dient. Es ist für die außergewöhnlichen Belastungen und Ausgaben gedacht und reserviert. Die „eiserne Reserve“ kommt dann zum Einsatz, wenn man kein Guthaben mehr auf dem Girokonto hat oder auch sonst das Geld für das Bezahlen von Schulden, Alltagsdingen oder Rechnungen nicht mehr vorhanden ist.

Warum sollte jeder einen Notgroschen haben

Der Notgroschen dient dafür, dass man bei unvorhergesehen Ausgaben und Notlagen eine Rücklage hat und diese stemmen kann. Das ist nicht nur die kaputte Waschmaschine, das kann auch die Autoreparatur oder eine andere Ausgabe sein. Auch der Geringverdiener sollte sich eine gewisse Reserve zulegen. Diese sollte bei einem eher weniger Verdienenden schon bei ca. 5000 Euro liegen. Wer eine Familie hat, sollte mehr haben für den Notgroschen, als ein Single beispielsweise. Letztendlich sollte jedoch jeder einen Notgroschen besitzen für solche dringenden Fälle.

Wie hoch sollte der Notgroschen sein

  • Notgroschen - wie hoch hängt von vielem ab
    Notgroschen – wie hoch hängt von vielem ab

    Grundsätzlich ist der Notgroschen immer abhängig vom individuellen Einkommen bzw. dem Gehalt und den Zahlungsverpflichtungen, die man hat.

  • Wer eine Immobilie besitzt und Kinder hat, sollte seinen Notgroschen dementsprechend nach oben anpassen und erhöhen.

Je nach Einkommen und der persönlichen Ausgabensituation gibt es hier einige Grundregeln, die man beachten sollte:

  • Wenn das Einkommen höher ist, kann man sich einen größeren Notgroschen zur Seite legen
  • Je mehr Mitglieder im Haushalt vorhanden sind, desto wahrscheinlicher ist es, dass man auch einmal ungeplante Ausgaben hat. Desto höher sollte auch die Reserve sein.
  • Leute mit einem Eigenheim müssen immer ein finanzielles Polster besitzen, denn hier muss man die Reparaturen selbst bezahlen und als Mieter übernimmt das der Vermieter. Der Eigentümer muss auch Renovierungen und andere Gelder mit einplanen.
  • Je mehr man verdient, desto mehr sollte man auch zurücklegen.
  • Die Sicherheit und die Verfügbarkeit sind wichtige Kriterien, wenn es um die Höhe und die Wahl eines Anlageproduktes beim Notgroschen geht.
  • Hier sollte man die Anlage nicht nach den Wert- oder Kursschwankungen anlagen, sondern davon unabhängig machen. Sonst hat man ein großes Risiko, dann im Notfall kein Geld zur Verfügung zu haben. Man muss zahlungsfähig sein im Notfall.
  • Wer ungeplante Ausgaben hat, der kann das nicht über Wochen oder gar Monate aufschieben. Hier ist es wichtig, dass im individuellen Bedarfsfall die Reserve sofort zur Verfügung stehen kann. Es darf keine Kündigungsfristen oder andere Wartezeiten geben. Eine schnell auszahlbare und liquidierbare Anlagenform ist bei der eisernen Reserve immer zu bevorzugen.

Also nicht alles verfügbare Geld in die Altersvorsorge stecken.

Welche unerwarteten Ereignisse sollte man mit dem Notgroschen decken können?

Es ist immer möglich, dass man in eine Notlage kommt. Das kann so schnell passieren. Daher ist der Notgroschen so wichtig und muss auch in ausreichender Höhe bestehen. Es darf nicht passieren, dass man aus der Bahn geworfen wird. Daher sollte man beispielsweise beachten, dass eine defekte Waschmaschine ungewöhnlich hohe Kosten bereiten kann. Auch ein defekter Computer, den man womöglich noch für die Arbeit im Homeoffice benötigt, kann plötzliche Löcher in die Finanzkasse reißen. Die kleine Reparatur am Auto oder am Motorrad wird so zum Problem. Den Notgroschen spart man auf dem Giro- oder Sparkonto und hat sofortigen Zugriff darauf. Auch für die Kosten beim Auto, bei einem selbstverschuldeten Unfall, kann das Geld „draufgehen“. Der neue Rasenmäher oder die neue Spülmaschine liegt an? Hier kann man das Geld auch bequem nutzen. Oder das Zahnimplantat muss privat bezahlt werden und der Notgroschen hilft.

Der Not Groschen gehört aufs Tagesgeld oder Girokonto

Ein Notgroschen sollte immer auf einem Unterkonto oder dem Haupt-Girokonto liegen, damit man ihn zum einen direkt verfügbar hat und zum anderen auch nicht anderweitig ausgibt. Hier lohnt sich ein Unterkonto, wie beispielsweise das Tagesgeldkonto. Aber viele lagern es auch übersichtlich auf dem Girokonto. Auch Sparbücher oder Sparkonten eignen sich, wenn man sofortigen Zugriff darauf hat. Die Vorteile sind sehr groß, denn wenn man Geld in richtiger Höhe zur Seite gelegt hat, kann man nicht in eine Notsituation geraten. Auch der Dispokreditrahmen kann so nicht mehr gesprengt werden und man hat immer Rücklagen.

Wie sollte man den Notgroschen ansparen?

Es lohnt sich, beim Ansparen des Notgroschens auch den Sparplan der Bank genauer unter die Lupe zu nehmen. Oder man stellt sich selbst einen Dauerauftrag beim Online-Banking ein und überweist sich selbst zyklisch Geld aufs Spar- oder Tagesgeldkonto. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, erstellt sich ein Haushaltsbuch mit den Übersichten über alle Kostenfresser im Haushalt oder im alltäglichen Leben. Auch die Steuerrückzahlung eignet sich, um die eiserne Reserve aufzubauen. Die Gehaltserhöhung, das Weihnachts-Geld-Geschenk oder andere Geldgeschenke kann man ebenfalls nutzen, um hier Geld anzusparen.

Vom Anlagen her ist es wichtig, dass das Geld sicher und schnell verfügbar ist. Risikobehaftete Anlageformen sind unpassend (Fonds, Aktien etc.). Der Notgroschen wird sofort benötigt. Auch die Anlage in Edelmetalle oder Gold ist eher nicht zu raten, da diese auch den eher starken Wertschwankungen unterliegen. Das Tagesgeldkonto, das Unterkonto beim Girokonto, das Sparbuch, das Sparkonto oder ein anderes Konto, auf das man einen sofortigen Zugriff hat, sind geeignet für das Ansparen dieses wichtigen Geldes.

Fazit

Die Waschmaschine ist defekt und das monatliche Budget ist aufgebraucht? Man hat einen Unfall verursacht und muss nun das Geld bezahlen und das Girokonto ist leer? Der Rasenmäher geht nicht mehr und der Rasen wird immer höher? Für solche Notfälle ist der Notgroschen die richtige Lösung. Zwei bis vier Nettomonatseinkommen sollte der Notgroschen groß sein und er sollte schnell verfügbar auf dem Tagesgeldkonto, dem Girokonto oder einem Sparkonto liegen. Ohne Wartezeiten muss man schnell und sicher auf das Geld zurückgreifen können. Die Anlage eines Notgroschens ist auf jeden Fall wichtig und lohnend.

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