Geld ins Ausland überweisen: So funktioniert der Transfer

Hinter dem Begriff Auslandsüberweisung versteckt sich eine klassische Überweisung, bei der das Geld nicht an ein inländisches Bankkonto, sondern an ein Konto im innereuropäischen oder außereuropäischen Ausland transferiert wird. Besondere Maßnahmen und Besonderheiten ergeben sich, wenn die Überweisung in ein Land getätigt wird, das nicht zur EU oder zum europäischen Wirtschaftsraum gehört. Worauf zu achten ist und wie die Überweisung funktioniert, wird nun erklärt.

Zu beachten bei Auslandsüberweisungen: Darauf kommt es an

Zu Beginn zunächst ein schneller Überblick, worauf es ankommt, wenn eine Überweisung ins Ausland getätigt werden soll:

  • Bei einer Überweisung innerhalb der EU wird die klassische SEPA-Überweisung verwendet.
  • Überweisungen in Nicht-EU-Länder können Kosten verursachen, die von den Banken des Empfängers und Senders erhoben werden.
  • Überweisungen in Fremdwährungen werden anhand des Wechselkurses umgerechnet.

Bei regelmäßigen Zahlungen ist es oft ratsam, die klassische Sepa-Lastschrift zu ermöglichen, mit der der Geldempfänger berechtigt wird, anfallende Zahlungen vom Bankkonto abzubuchen.

Die Überweisung innerhalb Europas: Das Sepa-Verfahren

Europaweit mit IBAN überweisen
Europaweit mit IBAN überweisen

Sofern Sender und Empfänger ein Konto innerhalb des EWR oder der EU haben, kann eine Sepa-Überweisung veranlasst werden. Die Zahlung erfolgt nur dann, wenn der Transferbetrag klassisch in Euro ausgewiesen wird. Hierfür werden verschiedene Daten benötigt.

BIC und IBAN:
Die frühere Kontonummer wurde von der IBAN abgelöst und wird für Überweisungen generell benötigt. Die Nummer ist 20-stellig, enthält die Landeskennzahl, die Bankleitzahl und die frühere Kontonummer. Dazu benötigt wird die BIC (Business Identifier Code), die aus 11 bis 12 Ziffern besteht. Sie ist eine Zusammensetzung des Bankenkürzels, des Länderkürzels und einer Buchstabenkombination, die für die Filiale der Bank steht.

Überweisungen innerhalb der EU können ausschließlich im Sepa-Verfahren vorgenommen werden. Das hat die Überweisung innerhalb von EU-Ländern erleichtert. Folgende Möglichkeiten gibt es, um eine Auslandsüberweisung vorzunehmen:

  • per Onlinebanking
  • per SB-Schalter in der Bank
  • per klassischem Überweisungsformular

Verschiedene Regelungen bei Überweisungen außerhalb des SEPA-Raums

Das Sepa-Verfahren ist bei Überweisungen ins Ausland außerhalb der EU nicht nutzbar. Bei der Überweisung muss zunächst gewählt werden, welche Währung für die Überweisung genutzt werden soll. Der Empfänger des Geldes kann den Transfer in seiner Landeswährung ausgezahlt bekommen, allerdings müssen die Wechselkurse beachtet werden. Für die Überweisung können Gebühren entstehen, die von den Banken erhoben werden.

Anstelle der BIC wird bei einer außereuropäischen Überweisung die sogenannte SWIFT-Nummer benötigt.

Zu den Besonderheiten bei Auslandsüberweisungen:

Werden Beträge über 12.500 Euro überwiesen, müssen diese Transfers gemeldet werden. Hier ist die Rede von der sogenannten AWV-Meldepflicht. Die Meldung erfolgt über ein gesondertes Formular, welches die Bundesbank über die Überweisung informiert. Wird die Pflicht zur Meldung ignoriert, kann dies ein Bußgeld zur Folge haben.

Von den meisten Banken wird grundsätzlich bei einem Überweisungsauftrag ins Ausland oder bei Geldeingängen aus dem Ausland ein Hinweis auf dem Kontoauszug und im Verwendungszweck gegeben. Dem ist zu entnehmen, dass eine AWV-Meldepflicht ab bestimmten Transfersummen besteht. Ausnahmen sind bei Importzahlungen, Kreditzahlungen und Exporterlösen zu machen, hier ist keine Meldepflicht vorhanden.

Wie lange dauert eine Auslandsüberweisung, bis sie beim Empfänger ist?

Die Zeiten des Sparstrumpfs sind vorbei, wer heute Geld benötigt, greift nicht mehr unters Kissen, sondern ist nicht selten auf Überweisungen angewiesen. Daher stellt sich die Frage, wie lange des Transfer ins Ausland dauert. Wird eine Sepa-Überweisung vorgenommen, gilt innerhalb der EU die Ein-Tages-Regelung. Das bedeutet, dass die Überweisung maximal einen Bankarbeitstag dauern kann. Jeder Tag Verzögerung berechtigt den Bankkunden, Zinsen gegenüber der Bank zu berechnen. Wichtig zu wissen: Diese Regelung gilt nur, sofern die Überweisung in Euro getätigt wurde.

 Schnelle Alternative ins außereuropäische Ausland: Eine immer beliebter werdende Alternative ist der sogenannte Geldtransfer-Dienstleister. Der Sender zahlt das Geld an einer entsprechenden Stelle ein, der Empfänger kann es ein Echtzeit direkt bei der Filiale des Transferdienstleisters abholen. Für schnelle Transaktionen ist diese Möglichkeit eine gute Alternative, die sich sogar innereuropäisch lohnen kann.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.