Die Zukunft von Bitcoin & Co.

Bitcoin und zahlreiche weitere Kryptowährungen erleben seit einiger Zeit einen enormen Aufschwung. Insbesondere die extremen Kursschwankungen, die diese Währungen immer wieder durchlaufen, erregen die allgemeine Aufmerksamkeit. Doch wie genau sieht die Zukunft der Kryptowährung aus? Werden wir in Zukunft ausschließlich mit Bitcoin & Co. zahlen oder verläuft sich der Hype um die digitalen Münzen im Sand?

Die Euphorie rund um die Kryptowährungen

Sowohl international als auch privat herrscht ein regelrechter Hype um die Kryptowährungen. Viele versprechen sich Reichtum, eine gerechtere Finanzwelt und Sicherheit in Zeiten der Inflation durch die Investition in die digitalen Coins. Menschen auf der ganzen Welt sind fasziniert von dem Gedanken an einen bargeldlosen Zahlungsverkehr, der weder von Banken noch von staatlichen Organisationen beaufsichtigt wird. Niedrige Transaktionsgebühren und die manipulationssichere digitale Blockchain-Technologie begeistern zahlreiche Anleger. Doch auch das Freiheitsversprechen des Bargelds, umgelegt auf die Computer-Ära, scheint in einer engen Verbindung mit den Kryptowährungen zu stehen. Kaum ein anderes Thema wird so kontrovers diskutiert. Denn während einige Fachleute bereits das Ende der digitalen Währungen und das Platzen einer irren Spekulationsblase prognostizieren, vermuten andere, dass Bitcoin und Co künftig die klassischen Zahlungsmethoden ablösen werden.

Ein Blick in die Zukunft

Bei Bitcoin & Co. handelt es sich um hochspekulative Währungen. Dennoch nimmt die privatwirtschaftliche Akzeptanz von Krypto-Zahlungsmethoden über die Jahre zu. Damit Bitcoin & Co. auf Augenhöhe mit Euro oder Dollar handeln können, bedarf es noch einer höheren Stabilität: Branchen, die virtuelle Währungen als Zahlungsmittel akzeptieren, wie Essenslieferant Lieferando, haben hier den Grundstein gelegt. Immer mehr Anbieter akzeptieren diese Art von Bezahlung und daher interessieren sich immer mehr Menschen für die Währung.

Ob der Nachbar von nebenan, die Studentin einer Uni oder der online Pokerspieler. Jeder hat zwangsläufig bereits von Bitcoin & Co. gehört oder verfügt sogar darüber. So war beispielsweise Alex Wice früher ein erfolgreicher Pokerspieler, bevor er mit Kryptowährungen in Berührung kam und ist heute ein erfolgreicher Bitcoin-Investor und Blockchain-Experte und selbsterklärter „Krypto-Nomade“. Ein anderes Beispiel sind die Winklevoss-Zwillinge, ehemalige olympische Ruderer, welche heute Gründer einer Kryptowährungsbörse sind. Das zeigt: Kryptowährungen werden so schnell nicht wieder verschwinden.

Der Stromverbrauch der Bitcoins

Neue Bitcoins werden durch das Mining in Umlauf gebracht und verifiziert. Um Bitcoins zu schürfen, muss ein kryptografisches Rätsel gelöst werden. Damit sich daraus kein inflationäres System entwickelt, steigt die Komplexität des Rätsels mit jedem Rechner, welcher an diesem Prozess teilnimmt. Daher erfordert das Mining einen enormen Stromverbrauch. Der Cambridge Bitcoin Electricity Consumption Index hat in einer Untersuchung den dabei entstehenden Energieverbrauch ermittelt. Jährlich werden rund 125 Terrawattstunden Strom benötigt, um neue Bitcoins in Umlauf zu bringen.

Allein das Mining macht also 0,59 Prozent des weltweiten Stromverbrauchs aus. Dadurch ist das Bitcoin-Netzwerk stromintensiver als beispielsweise die Ukraine. Diese hat einen jährlichen Verbrauch von ungefähr 124,5 Terrawattstunden Strom. Der niederländische IT-Experte Alex de Vries schätzt, dass der Bitcoin durch diesen enormen Verbrauch für ungefähr 56 Millionen Tonnen CO2-Ausstoß jährlich verantwortlich ist. Doch ohne diesen hohen Stromverbrauch würde das Konzept der Bitcoins nicht funktionieren. Denn das Vertrauen in die Währung ist insbesondere aufgrund der Netzwerksicherheit entstanden. Der Stromverbrauch ist ein unabänderlicher Bestandteil dieses Mechanismus.

Regulierung der Kryptowährung

Nachdem das Parlament der Europäischen Union bei einer Abstimmung nur sehr knapp gegen ein Verbot von Kryptowährungen gestimmt hat, wurde nun eine Richtlinie für die Erbringung von Krypto-Dienstleistungen mit der Bezeichnung MiCA (Markets in Crypto-Assets) festgelegt. Diese befasst sich mit allen rechtlichen Fragen rund um die Kryptowährungen. Einige Experten wünschen sich bereits seit Längerem eine Regulierung für den Krypto-Markt, da das Zahlungssystem der Kryptowährungen grenzüberschreitend und außerhalb des Einflussbereichs der Nationalstaaten funktioniert.

Nun soll MiCA Richtlinien vorgeben für den Rahmen der Krypto-Geschäfte, für Anforderungen an Anbieter und für den Schutz vor Kriminalität und der Destabilisierung der Finanzmärkte durch die Kryptowährungen. Darüber hinaus sollen angesichts der Nachhaltigkeitsdebatte basierenden auf dem Stromverbrauch auch „Crypto-Assets“ in die Taxonomie aufgenommen werden, damit eine bessere Informationslage und Klarheit für die Verbraucher gewährleistet sind. Ebenfalls Teil der MiCA Richtlinien ist ein Verbot von „Unhosted Wallets“. Dadurch erhofft sich die Europäische Union die Förderung des Potenzials der Kryptowerte, während gleichzeitig die Bedrohungen eingedämmt werden. Diese Entwicklung stößt in der Kryptobranche mehrheitlich auf Kritik.

Die Zukunft von Bitcoin & Co. – Fazit

Der Hype um die Kryptowährungen ist noch lange nicht an seinem Ende angekommen. Obwohl es sich bei Bitcoin & Co. um hochspekulative Währungen handelt, setzen zahlreiche Anleger und auch große Unternehmen auf die digitale Zahlungsmethode. Die Ergebnisse der Untersuchung des Cambridge Bitcoin Electricity Consumption Index hinsichtlich des Stromverbrauchs beim Mining-Prozess der Kryptowährungen hatte jedoch auch Folgen für die Branche. Denn dadurch wurde eine Nachhaltigkeitsdebatte ausgelöst, welche sich bis in das Parlament der Europäischen Union entwickelte. Daher sollen künftig die MiCA Richtlinien nicht nur für mehr rechtliche Sicherheit rund um die Kryptowährungen sorgen, sondern die Crypto-Assets auch in die europäische Taxonomie aufgenommen werden. Obwohl die neuen Vorgaben in der Krypto-Branche zunächst auf Kritik stoßen, bleibt abzuwarten, welche Auswirkungen die Richtlinien künftig auf den Krypto-Markt haben werden.

 

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