Skonto ist für Unternehmen mehr als ein kleiner Preisnachlass. Gerade bei größeren Rechnungen kann die schnelle Zahlung einen spürbaren finanziellen Vorteil bringen. Interessant wird es besonders dann, wenn das Geld nicht sofort frei verfügbar ist und die Rechnung kurzfristig über einen Kredit, Kontokorrentrahmen oder Dispo finanziert werden müsste.
Dann stellt sich die entscheidende Frage: Lohnt sich der Skontoabzug trotz Finanzierungskosten? Genau dafür ist dieser ausführliche Skonto-Rechner gedacht.
Unser Tipp: Einen einfacheren Rechner, der dir auf die Schnelle nur die Skontoabzüge liefert, findest du hier: Skonto Rechner: Online-Rechner für den Skontoabzug
Übersicht
Der B2B Skonto-Rechner
Mit dem Online-Rechner kannst du prüfen, ob es sich für dein Unternehmen rechnerisch lohnt, eine Rechnung frühzeitig zu bezahlen und dafür Skonto zu nutzen. Der Rechner berücksichtigt nicht nur den Rechnungsbetrag und den Skontosatz, sondern auch die Skontofrist, das reguläre Zahlungsziel und den angenommenen Kreditzins.
So erkennst du auf einen Blick, wie hoch der Skonto-Vorteil ist, welche Finanzierungskosten entstehen und ob unter dem Strich ein positiver Netto-Vorteil bleibt.
Berechne, ob sich Skonto auch dann lohnt, wenn du den Rechnungsbetrag kurzfristig finanzieren musst.
Der Rechner eignet sich besonders für Unternehmen, die regelmäßig Lieferantenrechnungen erhalten und entscheiden müssen, ob eine frühe Zahlung wirtschaftlich sinnvoll ist.
Wann lohnt sich ein Kredit, um Skonto für die schnelle Zahlung zu erhalten?
Ein Kredit zur Nutzung von Skonto kann sich lohnen, wenn der finanzielle Vorteil durch den Skontoabzug höher ist als die Kosten der kurzfristigen Finanzierung. Entscheidend ist also nicht nur der Skontosatz, sondern auch die Zeitspanne, für die Geld vorfinanziert werden muss.
Viele Unternehmen unterschätzen, wie stark ein scheinbar kleiner Skontosatz wirken kann. 2 % Skonto klingen zunächst niedrig. Wenn dieser Vorteil aber nur für wenige Tage früherer Zahlung gewährt wird, entspricht das auf das Jahr gerechnet oft einem sehr hohen rechnerischen Zinssatz.
Rechnungsbetrag
Der Rechnungsbetrag ist die Basis der Berechnung. Je höher die Rechnung, desto größer fällt auch der absolute Skontoabzug aus.
Beispiel: Bei einer Rechnung über 10.000 € entsprechen 2 % Skonto bereits 200 €. Bei einer Rechnung über 1.000 € wären es dagegen nur 20 €.
Skontosatz
Der Skontosatz gibt an, wie viel Prozent vom Rechnungsbetrag abgezogen werden dürfen, wenn die Rechnung innerhalb der Skontofrist bezahlt wird. Üblich sind häufig Werte zwischen 1 % und 3 %.
Je höher der Skontosatz, desto eher lohnt sich eine frühe Zahlung. Trotzdem sollte der Skontoabzug immer mit den möglichen Finanzierungskosten verglichen werden.
Skontofrist
Die Skontofrist legt fest, bis wann die Rechnung bezahlt werden muss, damit der Nachlass genutzt werden darf. Typisch sind zum Beispiel 7, 10 oder 14 Tage.
Für die Berechnung ist diese Frist wichtig, weil sie den Beginn des Finanzierungsvorteils markiert. Wird innerhalb dieser Frist gezahlt, entfällt der spätere Liquiditätsspielraum bis zum regulären Zahlungsziel.
Reguläres Zahlungsziel
Das reguläre Zahlungsziel gibt an, wann die Rechnung ohne Skonto spätestens bezahlt werden müsste. Häufig sind 30 Tage, teilweise auch 14, 45 oder 60 Tage.
Der Unterschied zwischen Skontofrist und regulärem Zahlungsziel ist der Zeitraum, den dein Unternehmen durch die frühe Zahlung überbrücken muss.
Kreditzins oder Kontokorrentzins
Der Kreditzins zeigt, wie teuer die kurzfristige Finanzierung ist. Das kann zum Beispiel der Zinssatz eines Kontokorrentkredits, einer Betriebsmittellinie oder eines kurzfristigen Darlehens sein.
Wenn der Zinssatz niedrig ist, lohnt sich das Ziehen von Skonto häufig eher. Ist der Zinssatz sehr hoch, muss genauer gerechnet werden.
Finanzierungsdauer
Die Finanzierungsdauer ergibt sich aus der Differenz zwischen regulärem Zahlungsziel und Skontofrist.
Beispiel:
Skontofrist: 10 Tage
Reguläres Zahlungsziel: 30 Tage
Die Finanzierung muss also rechnerisch 20 Tage überbrücken.
Finanzierungskosten
Die Finanzierungskosten zeigen, was die frühere Zahlung über Kredit oder Kreditlinie ungefähr kostet. Sie hängen vom Zahlbetrag, vom Zinssatz und von der Finanzierungsdauer ab.
Diese Kosten werden dem Skonto-Vorteil gegenübergestellt. Nur wenn der Skontoabzug höher ist als die Finanzierungskosten, entsteht ein positiver Netto-Vorteil.
Netto-Vorteil durch Skonto
Der Netto-Vorteil ist das zentrale Ergebnis. Er zeigt, wie viel nach Abzug der Finanzierungskosten vom Skonto übrig bleibt.
Positiver Netto-Vorteil: Skonto lohnt sich rechnerisch.
Negativer Netto-Vorteil: Die Finanzierung ist teurer als der Skontoabzug.
Effektivzins des Skontos
Der Effektivzins zeigt, wie attraktiv der Skontoabzug im Verhältnis zur kurzen Zahlungsfrist ist. Dadurch lässt sich der Skonto-Vorteil besser mit einem Kreditzins vergleichen.
Wenn der rechnerische Effektivzins des Skontos deutlich über dem Kreditzins liegt, ist die frühe Zahlung meist wirtschaftlich sinnvoll.
Weiterer Online-Rechner: Mieteinnahmen versteuern: Online-Rechner
Beispielrechnungen
Beispiel 1: Skonto lohnt sich trotz Kredit
Ein Unternehmen erhält eine Rechnung über 5.000 €. Der Lieferant bietet 2 % Skonto bei Zahlung innerhalb von 10 Tagen. Das reguläre Zahlungsziel beträgt 30 Tage. Der kurzfristige Kreditzins liegt bei 12 % p. a.
Skontoabzug:
5.000 € × 2 % = 100 €
Zahlbetrag mit Skonto:
5.000 € − 100 € = 4.900 €
Die Finanzierung muss für 20 Tage erfolgen. Bei 12 % p. a. entstehen Finanzierungskosten von rund 32,67 €.
Netto-Vorteil:
100 € − 32,67 € = 67,33 €
In diesem Fall lohnt sich die Nutzung des Skontos rechnerisch.
Beispiel 2: Hoher Zinssatz schmälert den Vorteil
Die Rechnung beträgt wieder 5.000 €, der Skontosatz liegt bei 2 %, die Finanzierung dauert 20 Tage. Diesmal beträgt der Kreditzins jedoch 25 % p. a..
Der Skontoabzug bleibt bei 100 €. Die Finanzierungskosten steigen aber deutlich.
Bei sehr hohen Finanzierungskosten kann der Vorteil aus dem Skonto stark schrumpfen oder sogar vollständig verschwinden.
Beispiel 3: Hoher Rechnungsbetrag, spürbarer Effekt
Ein Unternehmen erhält eine Rechnung über 25.000 €. Es werden 3 % Skonto bei Zahlung innerhalb von 7 Tagen angeboten. Das reguläre Zahlungsziel liegt bei 30 Tagen.
Skontoabzug:
25.000 € × 3 % = 750 €
Schon hier wird deutlich: Bei größeren Rechnungen kann Skonto einen erheblichen Betrag ausmachen. Selbst wenn für 23 Tage Finanzierungskosten entstehen, bleibt häufig ein klarer Vorteil übrig.
Unser Tipp für ein weiteres hilfreiches Online-Tool: Abfindung: Rechner für Höhe und Faktoren
Reihenfolge der Berechnung, wenn Rabatt und Skonto gewährt wird
Rabatt und Skonto werden im Geschäftsalltag häufig kombiniert, aber sie werden nicht gleich behandelt. Ein Rabatt wird normalerweise zuerst vom ursprünglichen Preis abgezogen. Danach wird das Skonto auf den bereits reduzierten Betrag berechnet.
Beispiel:
Ausgangspreis: 10.000 €
Rabatt: 10 %
Skonto: 2 %
Zuerst wird der Rabatt berechnet:
10.000 € − 10 % = 9.000 €
Danach wird das Skonto auf den rabattierten Betrag angewendet:
9.000 € × 2 % = 180 € Skonto
Endbetrag:
9.000 € − 180 € = 8.820 €
Diese Reihenfolge ist wichtig, damit Rechnungen korrekt geprüft, bezahlt und verbucht werden. Besonders bei größeren Einkaufsvolumen können falsche Berechnungen sonst schnell zu relevanten Abweichungen führen.
